21. Juli Protest- Aktions und Trauertag

Internationaler Gedenktag für verstorbene DrogengebraucherInnen

Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen
© Aids-Hilfe Osnabrück

Versorgungssicherheit (nicht nur) in Zeiten von Corona

Das Thema Covid 19 und Versorgungssicherheitsteht im Fokus des internationalen Gedenktags am 21. Juli 2020.

Durch die Corona Pandemie wurde einmal mehr der Wert unseres vielfältigen und praxisnahen Hilfesystems für drogengebrauchende Menschen deutlich. Etwa 50% der Opioid Konsumierenden befinden sich in einer Substitutionsbehandlung. Durch ein großes Netzwerk an Einrichtungen der Aids-und Drogenhilfe war es möglich, Beratungsangebote zumindest telefonisch fortzuführen und im niedrigschwelligen Bereich die Vergabe von Konsumutensilien sowie einen sicheren Konsum in Drogenkonsumräumenweiter aufrecht zu erhalten.

Durch kommunale Kooperationen gelang es z. B. in Hamburg und Berlin, auch nicht versicherte Drogen Konsumierende relativ problemlos in die Substitution aufzunehmen.In den letzten Monaten wurde aber auch deutlich, dass viele Nahtstellen tatsächlich brüchig sind und unser Hilfesystem auf breitere Beine gestellt werden muss.

Man stelle sich vor, wir hätten in Zeiten von Corona eine bundesweite Mobilisierungskampagne für die Substitution initiiert. Wäre unser System eigentlich in der Lage, nur 10.000 der bisher unbehandelten 80.000 Opioid Konsumierenden aufzunehmen und zu versorgen?

Gedenkstein Drogengebraucher mit Hand die Kerze hinstellt
© Aids-Hilfe Osnabrück

Die Covid 19 Pandemie hat deutlich gemacht, dass viele, die aktuell prekär leben und nicht im medizinischen Hilfesystem integriert sind, über keinen Krankenversicherungsschutz verfügen. Dies sind nicht nur Geflüchtete, sondern auch Menschen, die hier geboren sind.Wir sehen, dass immer mehr alte, kranke und arme Menschen ihren Wohnraum verlieren. Viele obdachlose Drogen gebrauchende Menschen erhielten nun, durch COVID 19, eine Zuweisung in Hotels oder in andere Unterkünfte.

In Krisenzeiten konnten Menschen ohne Krankenversicherung, zumindest in einigen Ländern und Kommunen, ein Behandlungsangebot bekommen. Aber darf das Anrecht auf Wohnraum, auf medizinische und soziale Hilfe von einer weltweiten Krise abhängig sein?Wir meinen NEIN! Daher stellen wir in diesem Jahr am 21 Juli bundesweit das Thema Versorgungssicherheitin den Mittelpunkt.

Wohnraum, soziale und medizinische Hilfen müssen ein Menschenrecht sein -ob mit oder ohne CORONA/Covid 19

Wo Leben ist, da ist Hoffnung -und unser erstes Ziel in der Drogenpolitik sollte darinbestehen, diese Hoffnung am Leben zu erhalten, indem wir die Abhängigen am Leben halten!

Heather Brook, Australien

 

Bundesarbeitsgemeinschaft der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit, JES Bundesverband e.V., Deutsche Aidshilfee.V., Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin e.V., Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik e.V.
Verantwortlich: Jürgen Heimchen, Ravensberger Str. 44, 42117 Wuppertal, Tel. 0202-423519

Kontakt

Janis-Josephine Falkenstein

Fax
(+49) 0541 80 47 88

Sozialarbeiterin (B.A.)

Beratungssprachen: Deutsch, Englisch
 

Arbeitsbereiche

  • Primärprävention für Drogengebraucher*innen
  • Beratung und Begleitung von Drogengebraucher*innen
  • Testberatung
  • Aufsuchende Arbeit bei Sexarbeiter*innen
  • Präventionsveranstaltungen mit Jugendlichen